Gedanken zum Bild – ein Fragment

Bilder waren und sind schon immer Informationsträger, welche entweder aus den alten Zeiten berichten oder einen Blick auf etwas Bestimmtes richten sollen und sind somit zwingend an die Zukunft adressiert. Bilder werden dabei nicht nur als das Dargestellte selbst wahrgenommen und besitzen somit eine semantische Struktur, welche nur durch Interpretation erfahrbar ist.
Diese Struktur ist jeder Art von Bildern immanent, unabhängig davon ob sich um mimetische Darstellung im Sinne von reinen Abbildungen oder um eine Darstellung handelt, welche über das Gezeigte hinausgeht und eine Interpretation zwingend verlangen, wie es bei Kunst der Fall ist.

Damit ist aber im Schaffensprozess des Bildes immer ein potentielles Publikum mitzudenken. Ein Bild, welches nicht gezeigt wird bzw. nicht einmal die potentielle Möglichkeit eines Betrachters besitzt, auch wenn dieser nur das zukünftige ICH des Produzenten ist, verliert seine grundlegende Funktion: Die Vermittlung des Inhalts des Dargestellten.

Ein Beispiel hierfür ist das Bild einer roten Ampel. Das dieses Bild nicht selbst die Ampel ist, ist uns bewusst und niemand würde, wenn er einen Aufkleber mit dem Bild einer roten Ampel sieht stehen bleiben, da uns ein Unterschied zwischen Bild und Abgebildeten klar ist. Doch ist das Bild der Ampel deswegen nicht zwingend nur eine bloße mimetische Darstellung und somit eine Symbol für nur diese eine Ampel. Es kann ebenso Symbol für ein Verbot oder eine Sackgasse stehen. Dieser Inhalt wird aber nur durch Interpretation erfahrbar, somit lassen sich Bilder nicht ohne ein Publikum vorstellen und das potentielle Publikum, sowie das potentielle Zeigen des Bildes sind im Begriff des Bildes enthalten.

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