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‘Gedanken’ Category

  1. Gedanken zu Netzwelt vs. Reale Welt

    Januar 31, 2012 by EMIL

    Aktuell kommt mal wieder die Debatte über das noch so böse Internet und die ach so gefährliche und moralfreie digitale Welt auf.

    Ich denke der Kern der Debatte ist ein großes Missverständnis beider Welten, der Digitalen und der Realen. Das Missverständnis liegt dabei nicht darin dass sich die Bewohner der Welten nicht verstehen, sondern in dem Glauben die Welten wären getrennt. Genauer in der stilschweigenden Prämisse es sind zwei Welt. Dabei wird immer wieder vergessen, dass die eine „Welt“ nur ein Medium ist, welches die Bewohner der „realen Welt“ sich zu Nutze machen.
    Blogs oder auch das Kopieren sind nichts anderes als Phänomene, die in schwächerer etwas anderer Form schon immer existent waren.
    Der Unterschied zu Flugblättern, Abschriften oder einer überspielten Kassette liegt nur in der Anzahl der möglichen Profiteure oder besser Teilhaber. Denn der Kreis derer die ein Flugblatt, in Form eines Blogbeitrages, erreicht oder die ein kopiertes Spiel, im Netz nicht auf Diskette, erhalten können ist potentiell viel höher. Ebenso ist auch die Eintrittsschwelle niedriger, denn um einen Blog zu schreiben und über diesen die Menschen zu erreichen ist einfacher und günstiger als ein Flugblatt zu gestalten, zu drucken und zu verbreiten. Die kulturelle Technik ist aber in beiden Fällen die Gleiche:

    Es bleibt ein Lesen und Schreiben.

    Auch das Kopieren ist eine Kulturtechnik, da Kopieren eine Form der Nachahmung ist und dieses eine Form des Lernen ist.

    Bestehen bleibt das Problem der scheinbar kostenfreien Güterverteilung und der dieser wiedersprechenden Sicherung der Rechte der Erschaffer der Güter bzw. des Werkes.

    Das Problem bei der Lösung dieses Zwiespaltes ist meines Erachtens nicht, dass es keine Möglichkeit gibt digitale Güter bzw. Werke zu monetarisieren. Der aktuelle Ansatz  ist aber das Medium als Gegner und nur die Problem, die sich ergeben können, zu sehen und nicht die Chance, die es biete zu nutzen.

    Denn was illegale Angebote beweisen ist, dass es zum Einen ein Interesse daran gibt auf diesem digitalen Wege die Güter zu konsumieren, was bekannt sein sollte, und zum Anderen, dass auch Konsumenten dieser illegalen Angebote bereit sind für Inhalte und Güter zu bezahlen.

    Nebenbei ist in diesem Medium der Besucher auf einem Angebot selbst schon eine Ware, da Werbung unter anderem nach Einblendungen bezahlt wird und somit jeder Besucher den Ertrag steigern kann.
    Doch um eine Möglichkeit der Finanzierung professioneller digitaler Angebote sollte es nicht gehen, sondern zu zeigen das es eben keine getrennten Welten sind.

    Wenn es wirklich getrennte Welten wären müsste es Grenzen zwischen diesen geben.

    Als Grenze könnte man den Ort des Geschehens benennen. Die Kommunikation bzw. das Lesen und Schreiben findet in Form von Bits und Bytes statt und ist physisch nicht fassbar, wobei man den Computer bzw. den Bildschirm, als Trägermedium, anfassen kann.
    Falls dieses die Grenze sein sollte müssten wir aber die reale Welt genauer bestimmen und prüfen ob es ähnlich Trägermedien gibt. Die Schrift selbst ist aber nicht ohne Trägermedium denkbar. Schrift ist in sich selbst nicht greifbar, sie wird dieses erst durch das Papier auf dem sie gedruckt und somit gespeichert ist. Ich glaube aber keiner würde behaupten das Bücher, Notizen oder besser geschriebene Werke nicht zur realen Welt gehören.

    Somit wäre diese Grenze der Form der Speicherung ziemlich willkürlich und nicht begründbar ohne Inhalte anderer Speicherformen, wie Papier, CD, DVD ebenso aus der realen Welt auszuschließen.

    Eine andere Grenze könnte man in der Verfügbarkeit bzw. Akzeptanz der Technik innerhalb der realen Welten machen. Doch dann lies sich ebenso eine reine Fernsehwelt, eine Funkwelt, eine Telefonwelt usw. usf. von der realen Welt unterscheiden. Da alle diese Techniken beziehungsweise Medien nicht von allen genutzt oder akzeptiert werden bzw. nicht allen verfügbar sind.

    Jede andere Grenze wäre aber auch willkürlich, da alle potentiellen Teilnehmer der digitalen Welt auch an der realen Welt teilnehmen müssen und somit immer zu dieser gehören.

    Da sich keine Grenze zwischen beiden Welten ziehen lässt sollte die Debatte über Netzpolitik oder die Freiheit im Netz eben keine Debatte über ebensolche sein, sondern eine Debatte über Politik und Freiheit im Allgemeinen.
    Die Fragen dieser allgemeinen Debatte sind die Gleichen:
    Will ich in einer Gesellschaft leben in der ich meine Meinung frei äußern und mich frei ohne Zensur informieren kann?
    Wo legen wir die Grenze unserer Freiheit für uns fest und wie gehen wir damit um(Stichwort: Hetze, Privatsphäre, Gewalt, )?
    Was ist wertvoller größtmögliche Freiheit oder größtmögliche Sicherheit?


  2. Gedanken zu Kauder und dem Anonymen Veröffentlichen

    Oktober 22, 2011 by EMIL

    In einem sehr interessanten Interview äußerte sich heute Herr Kauder, der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestages, mal wieder zum Internet und zum Recht.
    In diesem beantwortet er die Frage nach anderen netznahe Politikfelder, in denen er sich engagieren möchte mit folgendem Satz:

    „Kauder: Was mich auch sehr stört ist, dass es möglich ist, im Internet anonym zu publizieren. Das muss aufhören. Das geht nicht. Bei jedem Leserbrief an die Lokalzeitung müssen sie ihren Namen dazu schreiben.“!
    Quelle: http://www.sueddeutsche.de/digital/siegfried-kauder-zum-urheberrecht-im-internet-meine-blasmusik-interessiert-das-nicht-1.1169431

    Ihn stört, wie man unschwer erkennen kann, die Möglichkeit des anonymen Publizierens. Dabei aber im besonderen die Dauerhaftigkeit einer solchen Veröffentlichung. Denn auf die Rückfrage, dass man doch auf Demonstrationen auch keine Namenschilder tragen muss sagt er:

    „Kauder: Das ist etwas anderes. Die Demonstranten gehen anschließend wieder nach Hause. Aber das Internet ist ein Raum, in dem alles stehen bleibt.“

    Dies scheint zu Bedeuten, dass nicht das anonyme Publizieren sein Problem ist, was man als positiv erachten kann, sondern die Dauerhaftigkeit der Publikation.
    Dabei treten aber mehrere Probleme auf zum Einen sind Publikationen laut Wikipedia einerseits Veröffentlichung eines Mediums andereseits genau dieses Medium selbst. Kauder scheint aber das Internet nicht als das Medium selbst sondern nur als die Plattform(Übertragungsmedium), ebenso wie Rundfunk, zu betrachten. Diese bedeutet im Internet werden Publikationen(Medium) dauerhaft veröffentlicht, es ist aber selbst nicht publizierend.

    Die Dauerhaftigkeit, das eigentliche Problem, ist dabei  in gewisser Weise abhängig von der Art der Veröffentlichung, als der Form zum Beispiel einer Webseite, eines Ebooks und so weiter.

    Da beispielsweise Webseiten auch gelöscht werden können, handelt sich somit nicht um eine ewige Veröffentlichung, sondern die Veröffentlichungen im Netz sind auch nur in einer bestimmten Zeitspanne verfügbar.

    Ja aber das können auch 50 Jahre oder mehr sein. Richtig, doch ebenso können es auch nur 5 Minuten sein. Damit stellt sich die Frage ab wann gilt etwas dauerhaft verfügbar, reichen dafür Minuten Stunden, Tage, Jahre?

    Egal wie lange die Zeitspanne ist, wenn wir das Anonyme Publizieren auch nur ab einer bestimmten Dauer verbieten wollen nützt es nichts, dieses allein im Internet zu verbieten.
    Denn es ist eben nicht so, dass ich in der lokalen Zeitung einen Namen unter den Leserbrief setzen muss, da ich diesen ohne Absender oder unter einem Pseudonym an die Zeitung senden kann, und ich wage zu behaupten, dass es auch in Gartenzeitung schon Leserbriefe gab unter denen Anonym stand.
    Wenn es aber möglich ist auch außerhalb des Internets dauerhaft anonym zu veröffentlichen, gibt es nur zwei Konsequenzen: entweder man lässt die Möglichkeit der Anonymität zu oder man verbietet und kontrolliert jegliche Möglichkeit der anonymen Publikation.

    Doch kann man auch mit einem Stift, einem Drucker oder einem Kopierer problemlos Nachrichten, Texte selbst ganze Bücher dauerhaft anonym in der Gesellschaft verteilen, somit haben analoge Veröffentlichungen ebenso einen dauerhaften Charakter wie eine Veröffentlichung im Internet und das Übertragungsmedium Papier und Tinte müssten auch kontrolliert werden.

    Aber ist das eine Gesellschaft die wir wollen?


  3. Zeit

    Dezember 8, 2009 by EMIL

    Tage Wochen Jahre Monate Stunden
    Nie Sekunden Minuten nur Momente
    Unabhängig von Zeit und Zeiten
    Ewig und endlich im Unendlichen
    Leben ist Wissen erwerben verlieren
    Oder doch nur Suchen und finden
    Gesucht und Gefunden werden
    In freiheit und Enge in Gedanken und Äusserungen